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Sex am Telefon, Telefon Sex und Telefon Erotik
15:21, 2008-May-10

Unter Telefonsex versteht man die Befriedigung sexueller W?nsche ?ber das Gespr?ch am Telefon. Die Teilnehmer werden durch das intime Gespr?ch (oder Gest?hne) am Telefonh?rer sexuell erregt und befriedigen sich w?hrend der Verbalerotik meist auch selbst.

Privat

?hnlich wie beim Cybersex bauen hier zwei Partner, die nicht in direkten k?rperlichen Kontakt treten, ?ber eine verbale Kommunikation per Telefon, bei der erotische Fantasien ausgetauscht werden, eine sexuelle Stimmung auf, um sich dabei selber zu befriedigen.

Der Telefonsex wird im privaten Rahmen aus unterschiedlichsten Gr?nden praktiziert. Darunter u.a.:

* Das Telefon h?lt eine Distanz zwischen den Partnern, so dass eine pers?nliche Bindung unwahrscheinlicher ist.
* Bei festen Partnern kann eine l?nger anhaltende r?umliche Trennung der Grund f?r das Praktizieren von Telefonsex sein. Damit erweitert sich - z.T. aus der Notsituation heraus, nicht k?rperlich zusammen kommen zu k?nnen - das sexuelle Bet?tigungsfeld, ohne dass dritte Personen einbezogen werden m?ssen.
* Telefonsex kann aber auch einfach als Abwechslung des “normalen” Sexlebens praktiziert werden. Hier bringt das Medium den Partnern einen zus?tzlichen Reiz und vermeidet Langeweile in der Partnerschaft.

Als das Telefon in den 1920er Jahren bei uns verst?rkt auch in die privaten Wohnstuben Einzug hielt, wurde bereits in Benimmkolumnen das Problem der ?berhandnehmenden verbalen Intimit?ten bei physischer Entfernung diskutiert. Man er?rterte sogar, ob ein anst?ndiges M?dchen seine Telefonnummer preisgeben d?rfe oder nicht. Und man fragte, ob es f?r eine Frau schicklich sei, mit einem Mann zu telefonieren, w?hrend sie selbst im Bett lag und nicht vollst?ndig bekleidet war. Heutzutage haben die meisten westlichen Menschen keine Probleme mehr mit intimen Gespr?chen oder dem hei?en Liebesgefl?ster am H?rer. Das bei vielen Menschen vorhandene Bed?rfnis, seinen Sexualtrieb rein verbal auszuleben, befriedigen seit einigen Jahren kommerzielle Anbieter von Telefonsex.

Kommerziell

Telefonsex findet oft in einem kommerziellen Rahmen statt, in dem die Teilnehmer dann anonym bleiben. Dabei sind in der Regel M?nner die zahlenden Kunden, die ?ber eine kostenpflichtige 09005-Rufnummer anrufen — die bislang in Deutschland hierf?r verwendeten 0190-Rufnummern wurden zum Ende des Jahres 2005 gem?? Vorgabe der Bundesnetzagentur deaktiviert (siehe Verf?gung 61/2005 der Bundesnetzagentur). Die Preise bewegen sich meist zwischen 12 Cent pro Minute und dem f?r Telefonmehrwertdienste maximal erlaubten Tarif von knapp 2 Euro pro Minute, wobei die meisten Angebote den Maximaltarif nehmen. Frauen sind meist Angestellte eines Dienstleisters oder w?hlen sich ?ber eine kostenlose 0800-Rufnummer ein.

Der Markt f?r virtuellen Sex boomt. Die Fernsehwerbung daf?r, die nach Mitternacht inzwischen auf den meisten deutschen Privatsendern gezeigt wird (im Teletext oft auch tags?ber), ist meist sehr direkt. Der potentielle Kunde wei? dadurch schon vor dem Anruf ziemlich genau, um was es geht: um eine junge Frau, eine alte Frau, eine (angebliche) Studentin, eine (angebliche) Hausfrau, eine Orgie, um Gay-Sex oder SM. Bei Vanity beziehungsweise den sogenannten Vanity-Rufnummern weist sogar bereits die Rufnummer selbst auf das zu erwartenden Angebot hin. Meistens fragen die Damen am anderen Ende der Leitung, welche genauen W?nsche man hat, doch sollte man sich im klaren sein, dass nicht jede Frau am Telefon alle Perversit?ten mitmacht, die sich ein Kunde w?nscht. Anstelle eines Einzelgespr?chs kann man auch zu einer Gruppe zugeschaltet werden, um bei einer Telefonsex-”Orgie” dabei zu sein. Man sollte in diesem Fall aber wissen, dass man dabei selbst auch belauscht werden kann. Durch ein allzu charakteristisches heftiges St?hnen am Telefon oder durch Hintergrundger?usche, wie sie eine bestimmte Stra?e, die Bahn oder die Kirchenglocken verursachen, k?nnte man andere unbeabsichtigt darauf aufmerksam machen, wer man ist.

Bei Streitigkeiten vor Gericht war die Frage nicht unwichtig, ob solche Telefonsexgespr?che sittenwidrig sind oder nicht. Das Oberlandesgericht Stuttgart (21. April 1999, 9 U 252/9 8) entschied zun?chst gegen die Deutsche Telekom, die eine Geb?hrenforderung f?r Telefonsexgespr?che gegen einen Anschlussinhaber einklagen wollte. Die Begr?ndung des Gerichts lautete, dass sich die Telekom in vorwerfbarer Weise an der kommerziellen Ausnutzung eines sittenwidrigen Gesch?ftes beteilige. Der deutsche Bundesgerichtshof hat nunmehr die Frage, ob Telefonsex-Vertr?ge sittenwidrig sind, in der Entscheidung vom 22. November 2001 (III ZR 5/01) offen gelassen und entschieden, dass sich Kunden nicht auf die etwaige Sittenwidrigkeit von Telefonsex berufen k?nnten, denn das Telefonnetz selbst und der Vertrag mit dem Betreiber sei wertneutral. Eine Telefonkundin hatte die Zahlung mit dem Hinweis verweigert, ihr Vater habe die hohen Rechnungsbetr?ge verursacht, weil er ?ber teure Mehrwertnummern Telefonsex betrieben h?tte. Doch die Frau musste zahlen. Der BGH argumentierte, dass bei den teuren Mehrwertnummern ein Vertragsverh?ltnis der Kundin gegen?ber dem Netzbetreiber bestehe und der Netzbetreiber keinen Einfluss darauf habe, welche Teilnehmer zu welchen Zwecken in telefonischen Kontakt treten; er k?nne den Inhalt der gef?hrten Gespr?che auch gar nicht kontrollieren.

Die Frage, ob Telefonsex sittenwidrig sei, wurde auch in ?sterreich von gerichtlicher Seite verneint. Das Abspielen von vorgefertigten Bandaufnahmen eindeutigen Inhalts sei vergleichbar mit dem Kauf von Pornoheften oder -filmen und daher im Sinne der herrschenden Meinung nicht sittenwidrig. Erotische Echtzeit- oder Livegespr?che mit sexuellem Inhalt sind ebenfalls nicht sittenwidrig, denn es besteht nur ein akustischer, aber kein unmittelbarer k?rperlicher Kontakt zwischen den Gespr?chspartnern. Au?erdem w?rden die Damen am anderen Ende der Leitung die sexuellen Handlungen und die Erregung blo? vorspiegeln, und dies sei nicht mit Prostitution im herk?mmlichen Sinn vergleichbar.

G?ngige Klischees des kommerziellen Telefonsexes

Oft wird angenommen, dass M?nner, die in der Realit?t Probleme haben, Frauen anzusprechen, oder die ganz spezielle sexuelle W?nsche haben, die zu Hause unbefriedigt bleiben, die Hauptkunden des Telefonsex-Gesch?fts sind.

Tatsache ist, dass kommerzielle Telefonsexangebote in Deutschland zurzeit von ca. 30.000 Anrufern t?glich genutzt werden. Vier von f?nf Telefonsexkunden haben dabei eine feste Partnerschaft. (vgl. Sibylle Fritsch/Axel Wolf: Der schwierige Umgang mit der Lust. Auf der Suche nach dem richtigen Ma?. In: Psychologie Heute, Heft 8, 2000, S. 26.) Private Sextelefonate d?rften die ermittelte Zahl noch erheblich steigern.

Quelle: de.wikipedia.org

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